Instant Search

Supercalifragilistisch…

mitStil.net_das Online Lifestylemagazin_Leben_Film_Saving Mr Banks_Beitragsbild5

…expialigetisch. Nachdem meine beste Freundin und ich ungefähr achtjährig zu Silvester das erste Mal „Mary Poppins“ gesehen hatten, spielten wir wochenlang ein Spiel, wie oft hintereinander wir dieses Wort sagen konnten.

In dieser Disney- Produktion nach einer wahren Begebenheit spielt Emma Thompson mit kurzer Ringellöckchenfrisur P.L. Travers, die Autorin von „Mary Poppins“, die zurückgezogen in einem Haus in London lebt. Walt Disney (Tom Hanks mit jovialem, amerikanischem Onkelcharme und Schnauzbart) versucht seit beinahe zwanzig Jahren, die störrische, englische, alte Jungfer dazu zu überreden, ihm die Buchrechte für einen Film zu verkaufen, doch Mrs. Travers, wie sie besteht, von allen tituliert zu werden, weigert sich beharrlich. Ihre größte Angst ist es,  dass ihre Kreation, von der sie spricht wie von einer realen Person und die sie als Familie bezeichnet, im Disney- Universum zu einem glitzernden, feenstaubübersprühten, picksüßen Etwas wird, womöglich gar noch animiert, das nichts mehr mit der ursprünglichen Geschichte zu tun hat. Aus Geldmangel lässt sie sich im Jahr 1961 dann doch hinreißen, „Walt“, wie ihn seine Angestellten ansprechen müssen,  und seinem Film eine Chance zu geben und fliegt nach L.A., um die Arbeit am möglichen Drehbuch zu überwachen. Dort macht sie mit ihrer abweisenden, pedantischen Art „Walt“ und seinen Mitarbeitern, sowie dem ihr zugeteilten Privatchauffeur (Paul Giamatti) das Leben schwer. Doch nach und nach wird das Geheimnis um Mrs. Travers‘ schwierige Persönlichkeit und ihre übergroße Verbundenheit mit den von ihr geschaffenen Figuren gelüftet.  Die Geschichte von „Mary Poppins“  ist nämlich eng mit der ihrer eigenen Familie und der ihres über alles geliebten Vaters (Colin Farrell) verknüpft. mitStil.net_das Online Lifestylemagazin_Leben_Film_Saving Mr Banks

Neu sind hier weder das Sujet, noch die Genrezutaten, die zum Einsatz kommen. Staubtrockener, englischer Sarkasmus trifft auf amerikanische Lockerheit und Kulturlosigkeit, Künstlerin verteidigt ihr Werk gegen Kommerzialisierung, einsame, mittelalterliche Frau lernt, sich dem Leben und Anderen zu öffnen. Trotzdem ist daraus ein sympathischer, unterhaltsamer Film geworden, und das liegt vor allem an den Schauspielerleistungen und der bis in die Nebenrollen sehr guten Besetzung. Und auch wenn hier, wie in so vielen Verfilmungen über historische Persönlichkeiten Einiges übersehen und geschönt wird (so zum Beispiel Walt Disneys Frauen- und Judenfeindlichkeit), kommt die Botschaft doch an, dass nämlich Kunst heilend und erlösend wirken kann, sowohl auf den Künstler als auch auf das Publikum.

Stiltechnisch ist zu sagen, dass Emma Thompson’s P.L. Travers in schicken, klassischen Shiftkleidern, Cardigans mit Bleistiftröcken und Pumps, sowie einer wunderschönen Krokoledertasche beweist, dass man auch als unverheiratete Frau jenseits der fünfzig und ohne jeglichen Zusatz von Botox oder Schönheits-OPs hervorragend aussehen kann.

Alles in allem ein Film für die ganze Familie, nach dem man entschieden Lust hat, sich wieder einmal „Mary Poppins“ anzusehen. Chim chimney, chim chimney, chim chim cheroo!

Latest posts by admin (see all)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *