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Interview mit viel Stil und Charisma: LaBrassBanda

LaBrassBanda_PR4_Foto Andreas Richter_(c) Sony Music

Grenzgenial, unglaublich, fantastisch, atemberaubend und emotionsgeladen sondergleichen… so würde ich das Konzert von LaBrassBanda letzten Sonntag in der Wiener Arena beschreiben.  Diese Energie, diese Motivation, diese Glückseligkeit der Wahnsinns-Musiker während ihrer Konzerte kann man einfach nur ganz schwer in Worte fassen!!!

Vor circa zwei Jahren, hat mir mein persönlicher Musikexperte Sebastian (DANKE nochmals!!) diese grenzgeniale unfassbar gute Band vorgestellt. Ich war von der ersten Sekunde an völlig hin und weg und wollte die Jungs unbedingt live sehen. Diese ließen aber auf sich warten und fanden sich eben erst letzten Sonntag in Wien zum Tourstart in der Wiener Arena ein.

Diese Gelegenheit haben mein persönlicher Musikexperte und ich natürlich gleich genutzt und zwei der symphytischen und charismatischen Jungs – Manuel Winbeck (Posaune) und Manuel da Coll (Schlagzeug) – zum Interview gebeten.

Kurze Anmerkung: Auch wenn sie vehement betonen, keine der “coolen” Bands zu sein, für uns sind sie die coolste Band der Welt! EHRLICH JUNGS!!

Et voilà – das Interview:

Wie seid ihr zu eurem unverwechselbaren Sound gekommen? Was war damals in New York ausschlaggebend dafür, dass Stefan Brass so begeistert hat?

Manuel Winbeck: Damals war der Balkan-Hype ganz groß, nicht nur in New York, sondern auch bei uns. Es wurde viel Balkan inspirierte Tanzmusik in den Clubs gespielt und wir haben uns daraufhin überlegt, wie man hier unsere Region einbauen könnte. Da dieser Hype damals eben schon da war, hatten wir quasi eine „Eintrittskarte“ in die Clubs und konnten viele  Sachen ausprobieren und herumzuexperimentieren, um herauszufinden, was uns Spaß macht und was dem Publikum Spaß macht.

Manuel da Coll: Eigentlich hat das Ganze ja nicht mit einer Band angefangen, sondern in Kombination mit einem DJ. Das war eben der Andi Auer, der damals Stefan CDs mit eben dieser Balkan Musik zugespielt hat. Der Andi hat in Traunstein bei der Festung aufgelegt und da hat Stefan ihn begleitet und mit der Trompete mitgespielt. Danach ist Manu mit der Posaune und dann auch ich dazugekommen und irgendwann waren wir 3 Leute auf der Bühne. Wenn der DJ einmal nichts gespielt hat, hat er einfach eine Pause gelassen und wir haben weitergespielt und daraus hat sich das dann entwickelt.

Ist deswegen auch “das Schnelle” in Eurem Sound? 

Manuel da Coll: Ja das kann sein  :) !  Nein das Schnelle ist drinnen, weil wir damals zu fünft ganz viel Platz auf der Bühne hatten – auch keine Instrumente dabei  waren die den Platz „zu müllen“ –  und deswegen mussten wir irgendwie schauen wie wir die Bühne füllen. :) Da haben wir einfach die Flucht nach vorne ergriffen.

Wie seid ihr eigentlich zur Musik gekommen?

Manuel Winbeck: Bei mir war es so, dass mein Vater Hobbymusiker war und Tenorhorn in einer Blaskapelle gespielt hat und auch meine Geschwister haben Instrumente gelernt, daher war das bei mir auch keine Frage. Ich habe auch immer schon gewusst, dass ich Posaune lernen möchte, ohne je bewusst darüber nachgedacht zu haben.

Manuel da Coll: Bei mir sind eigentlich keine Musiker in der Familie, nur mein Papa spielt  ein bisschen Gitarre. Ich war anscheinend ein etwas auffälligeres Kind mit zu viel Energie und deswegen haben sie mir einfach ein Schlagzeug hingestellt um mich auszutoben.

LaBrassBanda_PR4_Foto Andreas Richter_(c) Sony Music

Habt ihr musikalische Vorbilder?

Manuel Winbeck: JJ Johnson ist ein einer meiner großen Vorbilder an der Posaune, weil der einfach seinen eigenen Kopf gehabt hat und damals die Posaune etabliert hat. Früher war sie ja eher ein Rhythmusinstrument, eine Art Tuba-Ersatz, er hat sie zum Melodieinstrument gemacht und daher ist er ein ganz großes Vorbild von mir.

Manuel da Coll: Mir fällt da jetzt gerade dazu nichts ein. :)

Steckt hinter „Autobahn“ eine wahre Geschichte?

Manuel Winbeck: Ja, das sind schon immer Emotionen aus wahren Geschichten die man dann in die Songs einbettet, aber so direkt 1 zu 1 ist die Geschichte nicht passiert. :) Natürlich hat man Erlebnisse im Leben wo man Ähnliches mitbekommt und wo man erst daraufhin darüber schreiben kann. Wenn alles nur erfunden wäre dann würde es auch nicht so authentisch rüberkommen.

Verwerft ihr auch manchmal Stücke oder seid ihr mit allen bisher geschriebenen Stücken zufrieden?

Manuel da Coll: Ja klar, es gibt ganz viel „Ausschuss“ an Stücken die nicht fertig sind, die sich irgendwie nicht so leicht auf eine Platte begeben wollen. Bei „Kiah Royal“ – die letzten Platte die rausgekommen ist  – haben wir einige Stücke drauf die eigentlich uralt sind, die wir sogar schon zur ersten Platte parat gehabt hätten. Wir spielen die Stücke zwar live, aber wir konnten sie einfach nicht so aufnehmen wie wir es wollten und dann haben wir einfach gewartet…

Ihr wart ja früher nur zu Dritt und mittlerweile seid ihr zu Neunt. Ist das nicht kompliziert wenn immer mehr dazu kommen, das ist ja jetzt eine ganz andere Dynamik, oder?

Manuel Winbeck: Das musikalische ist da eigentlich das geringste Problem. :) Na, das hat sich einfach so ergeben, in der Anfangsphase waren wir ja sehr puristisch besetzt und haben sehr viel mit Energie und Schnelligkeit gemacht.

Manuel da Coll: Darum haben wir auch immer nur 50 Minuten spielen können, weil wir danach einfach fertig waren. :)

Manuel Winbeck: Dann ist einfach der Wunsch gekommen, zwischendurch den Grundsound etwas breiter aufzustellen, dass man die Energie etwas „schieben“ kann um zwischendurch auch wieder durchschnaufen zu können. Deswegen sind dann nach und nach 2 Trompeten dazu gekommen, dass die nicht wegbricht sobald der Stefan singt. Früher war Trompete und Gesang gleichzeitig ja nicht möglich. Bei der Rhytmusgruppe war es dann dasselbe, da ist dann das Schlagzeug ergänzt worden durch Percussion Elemente die auch im Studio schon immer präsent waren. Man muss natürlich musikalisch und menschlich auch eine ganz klare gemeinsame Vision haben, damit das so funktioniert. Nicht dass man da irgendjemand in die Band holt nur weil er musikalisch hineinpasst und im Tourbus dann der volle Trottel ist, weil da bekommt man sich schnell in die Haare. Aber bis jetzt haben wir das eigentlich relativ gut hinbekommen.

Kommen noch mehr dazu oder passt das jetzt dann so?

Manuel Winbeck: So als fixe Band immer mehr werden macht dann irgendwann keinen Sinn mehr. Es ist immer möglich, dass es einzelne Projekte gibt – mit zum Beispiel mit einer großen Orchesterbesetzung – was jetzt aber noch nicht konkret geplant ist. Irgendwann als 25 Mann Band auf der Bühne zu stehen wird dann schon einfach schon etwas schwierig.

Manuel da Coll: Jetzt haben wir am Live-Set beispielsweise eine Nummer wo wir wieder nur zu fünft in der Urbesetzung spielen.

Manuel du hast ja nebenbei noch deine andere Band Pollyester, ist das für dich so eine Art Ausgleich? Weil das ist ja eine komplett andere Art von Musik…

Manuel da Coll: Ja, die ist komplett anders, das stimmt. Für mich ergänzt sich das. Mir sind beide Bands sehr wichtig und es sind sogar Beide im gleichen  Monat entstanden. Am Anfang habe ich vor der Presse immer die eine Band vor der anderen versteckt, aber seit 2 Jahren verstehen die Leute, dass das ich die gleiche Person bin und wundern sich auch nicht mehr und das finde ich eigentlich ganz cool. Als Musiker hat man ja einen eigenen Stil und der ist schon ähnlich bei beiden Bands. Ich gebe dann den Rhythmus vor und die jeweilige Band macht dann aber etwas ganz anderes daraus.

Führt das nicht zu Terminkollisionen?            

Manuel da Coll: Bei LaBrassBanda haben wir das Glück, dass wir mittlerweile lange im Voraus planen und das wir jetzt schon wissen, was wir 2015 machen. Und dann hat man halt die Chance, dass man das andere – die anderen Bandtermine –  außen rum baut. Aber es kann natürlich trotzdem passieren dass bei LaBrassBanda noch etwas reinkommt und dann muss man halt schauen wie man die andere Band vertröstet oder umbucht. LaBrassBanda hat Priorität, das ist schon klar.

Gibt es manchmal Konzerte mit einem etwas „langweiligeren Publikum“? Wo einfach keine Stimmung aufkommen mag?

Manuel Winbeck: Wir geben einfach keine Ruhe bis es passt – lacht. Das ist schon auch einfach so ein Ding von uns. Weil wir im Studium immer schöne Musik gemacht haben und die Leute einfach dasitzen und dann nur am Schluss kurz klatschen – eigentlich spielt sich dabei alles nur im Kopf ab. Das war somit für uns ein wichtiger Grund, dass wir die Leute zum Schwitzen bringen wollen, weil wir dadurch ein direktes Feedback bekommen was wir da eigentlich gerade „anrichten“ – lacht. Das hat auch viel mit der Blechbläserenergie zu tun, dass wir einfach schauen, dass wir die Energie direkt in die Leute „reinblasen“.

Es hat aber auch schon wirklich „sau-zache“ Geschichten gegeben… Einmal sind wir für eine Firmenfeier gebucht worden und wir mussten das machen, weil wir danach eine unbezahlte Englandtour gehabt haben und die hätten wir sonst nicht machen können.

Das war dann echt zach weil die sind aus einer 4-Stunden Tagung gekommen und die wollten eigentlich nur was essen und trinken und danach heimgehen. Wir sind dann so dagesessen und  haben halt versucht denen irgendwie was Gutes zu tun und irgendwann haben wir einfach gecheckt, dass die uns da nicht haben wollen und spielten die restlichen 20 Minuten einfach runter. Das ist aber schon der Ausnahmefall, weil normalerweise sind wir da schon sehr penetrant. :)

Manuel da Coll: Ja da haben wir damals echt aufgegeben. :)

Das heißt ihr seid schon gespannt aufs Wiener Publikum?

Manuel da Coll:  Das wissen wir schon, dass die „anständig“ sind. Man kann zwar nicht davon ausgehen, dass das jetzt gleich eine Party wird aber das funktioniert meistens schon sehr gut in Wien.

Manuel Winbeck: Wir haben ja auch schon in einigen Locations in Wien gespielt, z.B. im Ost-Club oder auf der Fanmeile 2008, die Wiener waren eigentlich immer gut zu uns. :)

Na dann freuen wir uns auf heute Abend! :)

LaBrassBanda_PR6_Foto Andreas Richter_(c) Sony Music

Mein persönlicher Nachtrag:

Man darf also gespannt sein, was uns in den nächsten Jahren noch so alles von LaBrassBanda erwartet und hoffe, dass es eben GENAU SO wie in den letzten Jahren weitergeht und würde mich über ein Wiedersehen natürlich unheimlich freuen! :)

Übrigens habe ich einen großartigen Konzertausschnitt  „LaBrassBanda live @Bauhaus Full Concert“  gefunden, der definitiv wiederspiegelt mit welcher Energie die Jungs ihre Auftritte so unverkennbar machen – VIEL SPASS damit!! –> dieses Konzert rennt bei mir übrigens momentan in Dauerschleife und ich hab mich auch nach dem 20x anhören immer noch nicht sattgehört!!

Bilder-Credit: Sony Music // Andreas Richter

Stephanie

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